Gemeinschaftsinitiative BULLIS BRINGEN FREUDE…
Bulli-Fahrer, VFF Albert-Schweitzer-Schule und kath. Dreifaltigkeitsgemeinde, Frankfurter Berg
Projektleitung: Michael Steinke Tel +49 (69) 54 19 18 michael.steinke@b-b-f.de
Angeregt vom 60er-Jahre-Slogan »VW-Transporter – Helfer in Not und Gefahr«, kam uns während des Balkankonflikts 1991 die spontane Idee einer kleinen mobilen „Hilfs-Bereitschaft“ mit klassischen VW-Transportern. Als vereinsmäßig organisierte Alt-Bulli-Freunde hatten wir doch längst erlebt, dass sich unsere „Lieferwagen im Ruhestand“ damals nicht nur museal oder als rollende Schlafzimmer bewährten, sondern noch immer ihre legendäre Vielseitigkeit bewiesen – und das als weltbekannte Sympathieträger!
Der naive Plan, einfach mal Hilfsgüter Ende 1992 per Konvoi zu einem Kinderhospital nach Sarajevo zu bringen, blieb dennoch Illusion – der jugoslawische Bürgerkrieg ließ das letztlich nicht zu. Wir fanden ein Alternativziel: zwischen Weihnachten und Silvester `92 rollte unser allererster humanitärer Hilfsgütertransport unter dem inspirierenden Motto BULLIS BRINGEN FREUDE… mit sechs VW-T1 via Wien, Budapest und Debrecen zu Caritas Satu Mare nach Rumänien – bei eisigen 20 Grad unter Null…
Diese Aktion (später »bbf01« genannt) blieb nicht „einmalig“. Fahrerteam und Sammelkreis wurden um Helfer aus der Frankfurter Dreifaltigkeitsgemeinde sowie Lehrern und Förderern der Albert-Schweitzer-Grundschule erweitert – so formte sich Mitte der neunziger Jahre unsere eigenständige Gemeinschafts-Initiative (und, na klar: wir unterstützten Caritas Satu Mare auch weiterhin; bis 2023 übrigens insgesamt achtundzwanzig Mal). Im April 2000, zum 50. Geburtstag des VW-Transporters, ging es mit dem Hilfsgüter-Altbulli-Konvoi bbf15 endlich doch noch direkt nach Sarajevo: wir konnten dem bosnischen Roten Kreuz einen T3-Achtsitzer spen-den und versorgten Flüchtlingsfamilien im Vorort Vogosča mit Sach- und Barspenden.
Sporadische Geldspenden (und Überschüsse aus Modellbulli-Editionen!) ermöglichten uns den Kauf best-möglich erhaltener, gebrauchter Rettungswagen und Behördentransporter. »Im Dienst der Menschlichkeit« überführten wir diese nach Rumänien sowie ins ehemalige Jugoslawien. Speziell die internationale Ordens-gemeinschaft der »Schwestern vom Guten Hirten« half uns dabei über zwei Jahrzehnte lang erheblich bei der Realisierung unserer Transporte. Da war es nur konsequent, dass auch wir das soziale Engagement dieses Ordens – sicherer Beistand für Kinder, Frauen und Familien in Not – mit zahlreichen „tonnenschweren“ humanitären Hilfsgütertransporten unterstützten (vorwiegend im südosteuropäischen Raum).
Die „klassische bbf-Aktion“ ist natürlich mit T1-Oldies unterwegs; bei Langstrecken allerdings unwirtschaftlich. Aus Zeit- und Zuladungsgründen ist es freilich effektiver, ebenso Anhänger und VW-Bullis jüngerer Baureihen einzusetzen. Außer unseren privaten Alltagsbussen kommen nunmehr seit fast 25 Jahren auch die jeweils neusten Modelle zum Einsatz – unentgeltliche Leih-Transporter von VW-Nutzfahrzeuge aus Hannover. Und nach den erfahrungsreichen Touren des ersten bbf-Jahrzehnts besteht unser aktuelles Team schon lange aus einem „harten Kern“ kreativer Schrauber, fähiger „Medizinmänner“, routinierter Versorgungs- sowie fitter Navigationsprofis (und gelegentlich auch stämmiger „Bodyguards“). Sie alle tragen zum Erfolg unserer humanitären Missionen bei. Übrigens werden Fahrt- und Verpflegungskosten vom jeweiligen bbf-Aktions-Team prinzipiell zu gleichen Anteilen finanziert (vgl. S.3 unterer Absatz)!
Unser Motto BULLIS BRINGEN FREUDE… ist ambivalent zu verstehen: neben materieller Hilfe für Bedürftige und Benachteiligte „transportieren“ wir gemeinhin auch Anteilnahme, Wertschätzung, Solidarität und Barmherzigkeit. Überdies stellt sich gerade bei den „alternativen“ bbf-Aktivitäten (mit den beliebten Bulli-Klassikern) für unsere Fahrgäste und unbedingt auch für unsere Teams recht fröhliches Fahrvergnügen ein.
In diesem Sinne wollen wir 2024 bei vier bis fünf Aktionen unsere Partner-Projekte in Hofheim-Marxheim und natürlich in Shkodër (Albanien) „besuchen“, unterstützen oder „mobil machen“; neben Hilfe aller Art soll, wie stets, viel Freude dabei sein. Und für spontane bbf-Team-Aktivitäten sind wir sowieso immer zu haben…